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Veröffentlicht am 2.05.23 14:02
Unser Feedback zu „Verstehst du Bahnhof?“
Beschreibung

Im Fahrgastforum zum Thema „Verstehst du Bahnhof?“ wollten wir von euch wissen, welche Standards ein perfekter Bahnhof eurer Meinung nach erfüllen sollte. Nachdem wir die Ideen und Kommentare dazu mit unserer Fachabteilung und der DB Station&Service AG ausgewertet haben, möchten wir an dieser Stelle auf einige Themen näher eingehen.

Wir bitten um Verständnis dafür, dass nicht alle angesprochenen Inhalte einzeln Beachtung finden. In unserer Rückmeldung beschränken wir uns auf die Themen, die am häufigsten angesprochen und in der Relevanz am höchsten bewertet wurden.

 

Gastronomie

Die meisten Nutzer, die sich zu diesem Thema äußerten, zeigten Verständnis dafür, dass nicht an jedem Bahnhof ein gastronomisches Angebot mit Sitzmöglichkeit vorhanden sein kann. Dennoch sprach sich der überwiegende Teil für eine Minimallösung aus, wonach an jedem Bahnhof wenigstens ein Snackautomat vorhanden sein sollte. 

 

NASA GmbH: Wir haben diese Frage an die DB Station&Service AG weitergeleitet, die für die Ausstattung der Bahnsteige zuständig ist. Sie teilte uns mit, dass sie bei der Erfüllung der stationsspezifischen Mindeststandards zwischen großen, mittleren und kleinen Stationen unterscheide. In der Regel würden Wünsche für neue Automatenstandorte von der DB Station&Service AG an die Automatenaufsteller (oder umgekehrt) zur Prüfung gemeldet. Für den Automatenaufsteller müsse der Standort wirtschaftlich sein. Dabei sei in der Regel das Fahrgastaufkommen ausschlaggebend. Seitens der Bahn müsse die Aufstellung von Snackautomaten technisch und kapazitiv machbar sein. Dies betreffe vor allem die Verlegung von Stromleitungen und Fundamenten, die Einhaltung von Flucht- und Rettungswegen sowie die Verfügbarkeit der notwendigen Dienstleister und Bauprodukte. Diese Voraussetzungen seien leider nicht an jedem Bahnhof gegeben.

 

 

Hinweis auf Schienenersatzverkehr

Dass der Haltepunkt für einen Schienenersatzverkehr (SEV) nicht immer leicht zu finden ist, darüber waren sich im Fahrgastforum mehrere Nutzerinnen und Nutzer einig. Gewünscht wurden z. B. eine bessere Beschilderung der jeweiligen SEV-Haltestelle, deutliche Lautsprecherdurchsagen oder auch Piktogramme zur Fahrgastführung auf dem Boden, wie z. B. in Wernigerode.

 

NASA GmbH: Die DB Station&Service AG als Betreiberin der Stationen hat uns hierzu mitgeteilt, dass sie bereits sukzessive die Wegeleitung in ihren Bahnhöfen erweitern und dabei auch die Ausschilderung der SEV-Haltestellen berücksichtigen würde. Dies können wir für die meisten Stationen in Sachsen-Anhalt bestätigen. Das violette Piktogramm „Ersatzverkehr“ und auch ein Lageplan mit der Route zur SEV-Haltestelle sind inzwischen an den meisten Stationen zu finden.

Die Zuständigkeit von DB Station&Service endet spätestens auf dem Bahnhofsvorplatz. Die Beschilderung der SEV-Haltestellen ist von den Eisenbahnverkehrsunternehmen im Zusammenspiel mit den örtlichen Busunternehmen zu organisieren. DB Regio hat uns hierzu mitgeteilt, dass sich ein überregional einheitliches Vorgehen bei der Ausschilderung von SEV-Haltestellen und der Wegeleitung aus mehreren Gründen schwierig gestaltet. Dies hänge u. a. mit übergreifenden Zuständigkeiten sowie unterschiedlichen Anforderungen und Vorstellungen der Aufgabenträger zusammen. Erhält die DB Regio AG konkrete Verbesserungshinweise, z. B. durch Kundeneingaben, eigene Prüfungen, gemeinsame SEV-Befahrungen mit Aufgabenträgern, müsste wegen des komplexen Zusammenspiels der unterschiedlichen Akteure fast immer eine individuelle Lösung für den jeweiligen Ort gefunden werden. Das würde auch die unterschiedliche Qualität der Beschilderung erklären.

DB Regio teilte weiter mit, dass derzeit auf der Strecke Nürnberg – Würzburg zahlreiche Neuerungen im SEV als Pilotprojekt erprobt würden, unter anderem Wegeleit- und Fahrgastinformationskonzepte. Das Projekt werde von einer Marktstudie begleitet. Inwieweit sich daraus Standards ableiten und auf andere Projekte in Deutschland übertragen lassen, hänge laut DB Regio maßgeblich von den spezifischen Anforderungen, den einzelnen Verkehrsverträgen sowie den Finanzierungsmöglichkeiten ab.  Weitere Informationen zum Pilotprojekt unter https://zugportal.de/pages/infotainment/article/58DGeIkxpKtPgnKa7ENN3R 

 

Wetterschutz

Zum Thema Wetterschutz an Bahnsteigen waren sich die meisten Nutzerinnen und Nutzer einig, dass es an allen Bahnstationen mit mittlerer bis hoher Fahrgastfrequenz vollständig überdachte Bahnsteige geben sollte. So würde dichtes Drängen vieler Personen im Wetterschutzhäuschen vermieden. Wetterschutzhäuser sollten an kleinen Bahnstationen Anwendung finden, hieß es im Fahrgastforum. Ein Nutzer unterbreitete sogar den Vorschlag einer Bahnsteigüberdachung aus Photovoltaik-Anlagen, mit der zusätzlich zum offensichtlichen Nutzen noch Strom generiert werden kann. 

Bemängelt wurde vor allem die unvollständige Überdachung an den Bahnsteigen 3, 4, 9 und 5 Abschnitt A-C am Magdeburger Hauptbahnhof.

 

NASA GmbH: Die DB Station&Service AG als Betreiber der Bahnhöfe teilt hierzu mit, dass die Finanzierung von Wetterschutzanlagen durch den Bund geregelt sei. Zu den Wetterschutzanlagen zählten neben Bahnsteigdächern, Überdachungen, Wartehallen, auch Wetterschutzhäuser. Deren Größe und Anzahl würden sich auf die gesamte Verkehrsstation beziehen und müssten insgesamt ausreichend sein. Bei starkem Anstieg des Verkehrsaufkommens wäre eine Überprüfung und ggf. Ergänzung des Wetterschutzes erforderlich. Zusammenfassend gilt: Je mehr Fahrgäste, desto größer die überdachte Fläche.

Der Vorschlag, Bahnsteige mit Photovoltaikanlagen zu überdachen, wird derzeit von der DB Station&Service AG geprüft. Aufgrund der Vandalismus- und Diebstahlgefahr an den relativ niedrigen Wetterschutzhäusern kann eine solche Lösung jedoch nur an Stationen mit hoher sozialer Kontrolle realisiert werden.

 

Fahrkartenkauf

Mehrere Nutzerinnen und Nutzer sprachen sich für mindestens einen Fahrkartenautomaten pro Bahnsteig aus, also auch an kleinen Bahnstationen. Zusätzlich sollten Servicestationen mit Personal vor Ort an den Bahnhöfen erhalten bleiben, wo dies aufgrund der Fahrgastfrequenz möglich ist. Zur Begründung hieß es, dass insbesondere ältere Fahrgäste nach wie vor Wert auf einen persönlichen Service legen, da sie digitale Angebote nicht mit der gleichen Verständlichkeit nutzen, wie jüngere Fahrgäste. 

Darüber hinaus wurde angeregt, Fahrkartenautomaten mit einer Mobile-Pay-Funktion auszustatten sowie kontaktloses Bezahlen an Fahrkartenautomaten für eine schnellere Zahlungsabwicklung zu ermöglichen, u.a. längere Schlangen an Ticketautomaten könnten damit schneller aufgelöst werden.

 

NASA GmbH: Beim Fahrkartenverkauf mit oder ohne Personal müssen vor Ort immer mehrere Kriterien abgewogen werden. Wie viele Fahrgäste steigen hier regelmäßig ein und aus? In welchem Zustand ist das Empfangsgebäude? Steht ausreichend Personal zur Verfügung? Wo es wirtschaftlich möglich ist, halten wir personalbediente Verkaufsstellen vor oder beauftragen Fahrkartenautomaten auf den Bahnsteigen. An wenig frequentierten Bahnhöfen können wir dagegen oft nicht mehr als einen Fahrkartenautomaten vorhalten. Ist der Fahrkartenkauf vor Fahrtantritt nicht möglich oder sind die Automaten nicht betriebsbereit, könnt ihr auch im Zug eine Fahrkarte kaufen. Viele Züge in Sachsen-Anhalt sind mit mobilen Fahrkartenautomaten ausgestattet, außerdem sind fast alle Fahrzeuge mit einem Kundenbetreuer besetzt.

Der Wunsch nach kontaktlosen Bezahlmöglichkeiten an Fahrkartenautomaten ist für uns durchaus nachvollziehbar. Eine Umsetzung an den stationären Fahrkartenautomaten der DB Regio wird aktuell von der NASA geprüft. Kontaktloses Bezahlen ist bereits an vielen Fahrkartenautomaten von Abellio sowie an allen mobilen Fahrkartenautomaten der Erfurter Bahn möglich.

 

 

Videoüberwachung bzw. -aufzeichnung

Zur Abschreckung von Vandalismus wäre nach Meinung einiger Nutzerinnen und Nutzer mehr Videoüberwachung bzw. Videoaufzeichnung an den Bahnstationen wünschenswert, z.B. an Fahrkartenautomaten, an Vitrinen oder im Wartebereich. Bei der Videoüberwachung wird der entsprechende Raum live per Video überwacht. Bei der Videoaufzeichnung kann das Videomaterial im Bedarfsfall, etwa zur Aufklärung von Straftaten, gesichtet werden. Mehr Videoüberwachung bzw. -aufzeichnung könnte, so der Wunsch einiger Teilnehmer des Fahrgastforums, auch längere Öffnungszeiten der Empfangsgebäude ermöglichen, so dass die Wartebereiche auch in den späten Abend- und Nachtstunden genutzt werden können.

 

NASA GmbH: Wir begrüßen eine Kameraüberwachung an besonderen Brennpunkten. Allerdings ist eine solche Überwachung aus datenschutzrechtlichen Gründen immer sehr schwierig. Die DB Station&Service teilte dazu auf Anfrage mit, dass der Einsatz von Videotechnik einer von mehreren möglichen Bausteinen des gemeinsamen Sicherheitskonzepts der DB Station&Service AG und der Bundespolizei sei, der je nach Sicherheitslage eingesetzt werden könne. In den nächsten zwei Jahren soll die Anzahl der Videokameras an den Bahnhöfen der DB Station&Service AG im Rahmen verschiedener Programme auf bundesweit ca. 11.000 Kameras erhöht werden.

An welchen Bahnhöfen Videotechnik um- oder ausgebaut wird, würde die DB gemeinsam mit der Bundespolizei festlegen. Eine Anpassung der Videotechnik aus Sicherheitsgründen würde in Bahnhöfen ausschließlich in Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden erfolgen. Für die DB diene die Videotechnik in erster Linie der Beobachtung und Überwachung betrieblicher Abläufe sowie der Wahrung des Hausrechts . Die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung sei Aufgabe der Bundespolizei.

 

 

Video-Reisezentren

Als zusätzliches Serviceangebot für Pendlerinnen und Pendler wurden von einigen Nutzerinnen und Nutzern Video-Reisezentren an stark frequentierten Bahnhöfen vorgeschlagen. Häufig würden die Öffnungszeiten der normalen Kundenzentren nicht mit den Pendlerzeiten übereinstimmen. Vor oder nach den Öffnungszeiten könnten Video-Reisezentren die Kundenzentren ersetzen, z. B. für Pendler, die erst spät abends oder sehr früh morgens am Bahnhof ankommen. Aber auch für andere Fahrgäste könnte ein solcher Service über die Öffnungszeiten der Kundenzentren hinaus einen echten Mehrwert auf ihrer Reise bieten.

 

NASA GmbH: Das erste Videoreisezentrum in Sachsen-Anhalt befindet sich in Wolmirstedt. Die Kunden profitieren vor Ort bereits von deutlich längeren Öffnungszeiten als bei der bisherigen Verkaufsstelle. Eine kombinierte Lösung aus personenbedienter Verkaufsstelle und Videoreisezentrum ist in Sachsen-Anhalt derzeit nicht vorgesehen. Hintergrund ist, dass das Videoreisezentrum Personal ersetzen und nahezu alle Aufgaben und Dienstleistungen eines Reisezentrums vor Ort übernehmen soll. 

Zudem ist das Videoreisezentrum ohnehin zu den Öffnungszeiten der personenbedienten Verkaufsstellen und darüber hinaus besetzt. Die Vorhaltung beider Verkaufsstellentypen an einem Bahnhof mit doppelter Technik und Personal vor Ort bzw. per Kamera ist daher unwirtschaftlich. Darüber hinaus sind auch Videoreisezentren nicht rund um die Uhr erreichbar, da die Zentrale, von der aus sie gesteuert werden, ebenfalls mit Personal besetzt sein muss und dies nicht rund um die Uhr gewährleistet werden kann. Zudem zeigen die Verkaufszahlen der meisten Verkaufsstellen, dass in den Randzeiten keine ausreichende Nachfrage besteht. 

Zu den Öffnungszeiten der Empfangsgebäude: Diese stellen immer einen Kompromiss zwischen Kundennutzen und Schutz vor Vandalismus dar. Leider ist insbesondere in den Abendstunden bei fehlender sozialer Kontrolle ein zunehmender Vandalismus in den Empfangsgebäuden festzustellen. Aus diesem Grund werden die Gebäude in verkehrsschwachen Zeiten verschlossen und der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt über sogenannte Nachtzugänge. 

Bei den von der NASA GmbH geförderten Empfangsgebäuden erfolgt die Festlegung der Öffnungszeiten in Abstimmung zwischen dem Eigentümer und der NASA. Konkrete Hinweise, wo längere Öffnungszeiten gewünscht sind, nehmen wir gern entgegen und werden diese mit den Eigentümern besprechen.

 

 

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